Lost places

Verfallen, Vergessen, Verlassen, Verloren: Diese vier Wörter umschreiben einen "Lost Place" am Besten. Jeder kann jedoch in diesem weltoffenen Begriff etwas anderes bevorzugt hineindeuten. Eine aufgelassene Fabrik, ein abbruchreifes Gebäude, eine kaputte Scheune, ein ungenutzter Keller oder Bunker, eine vernachlässigte Ruine, ein Wrack oder andere Objekte, deren "Zeiten" abgelaufen sind?

Auf unseren Entdeckungstouren besuchen wir all diese verblüffenden Orte bzw. Objekte. Im Fokus steht bei uns die Dokumentation und die Einordnung in die Geschiche, bevor diese Welten (möglicherweise früher oder später) verschwinden. In unserer Bildergalerie können Sie einen ersten Einduck gewinnen, wie facettenreich die phantastische Welt der "Lost Places" sein können.

Text: Lukas Arnold


bildergalerie



Das abgebrannte Gasthaus

Das ehemalige "Knusperhäuschen" war ein Alt-Wiener-Gasthaus im Dritten Wiener Gemeindebezirk. Die Gaststätte servierte traditionelle Österreichische Küche und war ein beliebter Treffpunkt für die Einheimischen.

Als das Wirtshaus geschlossen hatte, wurde es von einigen Obdachlosen als Schlafstätte genutzt. Anfang 2017 brannte es in diesem Anwesen. Interessant war, dass dennoch beinahe die komplette Einrichtung noch vorhanden war. Man hatte das Gefühl, als wenn die Stammgäste jederzeit wieder zur Tür hineinkommen und sich an einen Tisch setzen würden, um beispielsweise bei einem gemütlichen Feierabend, samt Speiß und Trank, den Tag ausklingen zu lassen.

Nach dem verheerenden Brand wurde das kleine Lokal abgerissen, um Platz für die Baucontainer für die benachbarte Großbaustelle zu machen. An diesem Ort sollte der rießige "Triple Tower"-Komplex entstehen.

(Lukas Arnold)



Spiegelvilla

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ruinenvilla 

Ein ganz besonderer Lost Place ist die Willy-Forst-Villa (oder auch »Ruinenvilla«) im 14. Wiener Gemeindebezirk Penzing. Letztere Nennung trifft gleich doppelt auf das um 1850 gebaute Gebäude, denn das damalige Haus im Besitz des berühmten Schauspielers und Namensgebers Willy Forst (1903–1980) wurde schon damals in Ruinenoptik gebaut, und wurde als Orangerie konzipiert. Mittlerweile steht das Gebäude seit Jahrzehnte leer und verfällt seitdem immer mehr. Das kleine Gebäude mit zwei Räumen und einen kleinen Keller ist längst zu einem belieb- ten Treffpunkt für Jugendliche geworden, welche teilweise lautstarke Partys in den Abendstunden abhielten, aber die Villa

diente auch vielen Obdachlosen als Schlafplatz. Aufgrund der Einsturzgefahr wurde die Villa vor ungefähr vier Jahren mit einem massiven Zaun umgeben. Seit vielen Jahren steht der Abriss dieses denkmalgeschützten Gebäudes im Raum. Ich kenne das Gebäude schon seit meiner Kindheit, da ich in diesem Bezirk aufgewachsen und sehr oft als Kind mit meinen Eltern im schönem Dehnepark spazieren gegangen bin. Es war also nur eine Frage der Zeit, dass ich voller Begeisterung wieder zu der schönen Villa kam, um diese fotografisch zu dokumentieren.

Der Verfall schreitet leider immer mehr voran. So kam es, dass vor zwei Jahren das komplette Dach des einstigen Vorraumes eingestürzt bzw. abgedeckt wurde. Und so stehen in diesem Raum nur mehr die Grundmauern. Mich begeistert an diesem Objekt das zauberhafte Ambiente. Besonders schön finde ich einen Teil der Mauer, welcher komplett von Efeu überwachsen ist und in Kombination mit der Ruinenoptik zu einem wahrhaften »Märchenschloss« aus »Tausend und einer Nacht«

geworden ist. (Lukas Arnold)

 

 

 

Bujativilla (2018)

Noch vor ein paar Jahren war diese architektonische Perle in der Bujattigasse ein verwahrloster Ort, der einem Geisterhaus glich. Der Villa, benannt nach dem Seidenfabrikanten Franz Bujatti (1853-1897), drohte beinahe ein Abbruch. Inzwischen wurde sie von einem Kulturverein gemietet, der diesem "Lost Place" neues Leben einhaucht und renoviert.

(Marcello La Speranza)

 



Die letzten Stunden der Wäscherei (2020)

Im Sommer 2020 wurde die stillgelegte Wäscherei in der Linzerstraße in Wien-Penzing abgerissen. Relativ schnell wurde der traditionelle Betrieb von den Abbruchfahrzeugen in die Mangel genommen. Wo einst am Fließband Anzüge, Kleider und Wäsche sorgsam gepflegt wurden, werkte nun das Abbruchunternehmen; teile und sortierte das Abraummaterial. Schon wieder ging ein Stück Geschichte Wiens verloren. Es ist der Lauf der Zeit, dass Geschäfte und Fabriken früher oder später einmal aus unserem Leben verschwinden. Alles ist Vergänglich. Der Abbruch der Wäscherei ist zwar kein schmerzlicher historischer Verlust im Sinne einer Stadtbild-Tragödie Wiens; ist aber im weiteren Sinn ebenso ein Ableben eines Objektes. So habe ich auch hier mit meiner Anwesenheit eine würdige Sterbebegleitung unternommen. (Marcello La Speranza)

 



Nordbahnhofgelände (2017)

Verwachsene Gleise, verrostete Weichen oder auch leere Arbeitshäuschen und Werkshallen sind kümmerliche Reste.

Die Rede ist hier nicht von irgendeiner verlassenen Eisenbahnanlage in Österreich sondern von dem einst sehr bedeutenden Wiener Frachtenbahnhof, dem Nordbahnhof.

Seit einigen Jahren sind die letzten Züge abgefahren, die meisten Werkshallen abgerissen und das Gleisbett herausgerissen worden.  Am einstigen pulsierenden Frachtenbahnhof sind nun die Abrissbagger am Werk und bauen einen neuen Stadteil für die Wiener und Wienerinnen, sowie neue Wirtschaftsstandorte wie beispielsweise den Bank Austria Campus oder den neuen Standort der Wirtschaftskammer Wien. Wir sind gespannt, wie und ob die Relikte des verwunschenen Bahnhofes in Zukunft noch zu finden sind. (Lukas Arnold)



Minopolis-Die Stadt der Kinder

Als Kind einmal in die Arbeitswelt der Erwachsenen hineinschnuppern - das war 2005 bis 2013 in der "Stadt der Kinder" möglich. Es wurde mit aufwendigen und detailreichen Kulissen die perfekte Illusion geschaffen. Kinder konnten durch die engen Röhren der Kanalisation kriechen; mit dem Fahren auf der "Autobahn"  konnte man zu einem erworbenen Führerschein kommen; als Feuerwehrmann bzw. -frau musste man einen Brand löschen.  Im Jahr 2013 schloss die Kinderstadt für immer die Tore. Wir hatten die Möglichkeit das Gebäude noch vor dem Abriss zu Dokumentieren. Ich selbst war als Kind sehr oft im Minopolis. Der radikale Abriss im Jahr 2018 war für mich sehr emotional, da ein "Stück meiner Kindheit"  dabei verloren ging. (Lukas Arnold)



Alte Lokomotivabrik (Wien)

 

Versteckt hinter Plakatwänden und Bürogebäuden schlummerte diese eindrucksvolle,ehemalige, Lokomotivfabrik in Wien.

 

Das Areal bestand aus mehreren, sehr großen und beeindruckenden Backsteingebäuden.

 

Im Sommer 2019 rollten die Bagger an, und rissen die gigantischen Hallen ab. Mit diesem Abbruch ging auch ein großer Teil österreichischer Industriegeschichte verloren, da dieser Standort zur aktiven Zeit von großer Bedeutung war.

 

(Lukas Arnold)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ehemaliges Panzerwerk

In Simmering, hinter dem Kraftwerk Simmering, erstreckt sich eine gigantische Anlage, bestehend aus mehreren, riesigen Hallen sowie etlichen kleinen Gebäude. Dabei handelt es sich um die ehemaligen, Anfang des 19. Jahrhunderts erbauten, Saurer Werke, später Stätte der Steyr-Daimler-Puch Werke.

In der Fabrik wurden in den Jahren 1906 bis 1969 Lastwagen und Autobusse hergestellt.  2003 wurde das Werk von dem amerikanischen Hersteller "General Dynamics" übernommen und stellte bis 2013 Radpanzer her, ehe 2013 das Werk für immer seine Pforten schloss.

 

Zwischen 2013 und 2018 stand das Gelände leer, und wurde von vielen Urban Explorern und Abenteurer besucht und erkundet.

 

Mich haben besonderst die großen, imposanten Hallen sehr fasziniert sowie die großen Hallen im Keller, welche teilweise im Zweiten Weltkrieg als Produktionsstätten verwendet worden sind. An einem Bürogebäude thront auch noch eine Luftschutzsirene, welche bis zur Schließung des Werkes noch in Betrieb war, um die Pausen einzuläuten.

 

Mittlerweile wird das Werk unter dem Namen "Simmeringer Buisnesspark" geführt und beherbergt mehrere kleine Firmen. Es stehen große Pläne für die nächsten Jahre für das denkmalgeschützte Areal auf dem Programm, wie zum Beispiel als Nutzung für eine Eventlocation.

(Lukas Arnold)



Fabriksruinen

Was bleibt übrig wenn das letzte Hemd genäht, der letzte Topf getöpfert, das letzte Stahlband geschmiedet oder der letzte Panzer zusammengebaut worden war?

Vielen Fabriken ergehen leider in den letzten Jahren dasselbe Schicksal: Der Betrieb wird eingestellt, die Mitarbeiter werden entlassen und die Fabriksgebäude werden abgerissen!

Es exisitieren aber auch noch einige Industrieanlagen welche nach der Beendigung des Betriebes einfach stehen gelassen worden sind. Davon befinden sich einige Anlagen in einem Dornröschenschlaf und verharren in der Zeit.

 

Wir hatten schon mehrmals das große Glück Fabriken zu erkunden, in denen die Zeit stehen geblieben ist. Vorgefunden haben wir etliche Maschinen und sonstigen Arbeitsgeräte noch im Originalzustand und konnten diese optisch festhalten.

 

Oft werden aber auch die großen Hallen und Gebäude bis auf das letzte Gerät oder den letzten Bürotisch geräumt ,und es bleiben leere Gebäudehüllen zurück, welche sich selbst überlassen werden.

 

Mich begeistert die zauberhafte Rückeroberung der Natur, welche bei solchen Plätzen stattfindet und sehr oft atemberaubende und eindrucksvolle Motive zaubert, wie auch diese ehemalige Fabrik, welche seit mehreren Jahrzehnten verlassen ist. Von diesem Werkt sind nur mehr die letzten Mauerreste zu Sehen. (Lukas Arnold)



Das Haus der 1000 Geschichten

Am Rande von Wien verbirgt sich ein unscheinbarer Gebäudekomplex, welcher 1931 als Schulungs- und Erholungsheim eröffnet worden ist. Während der NS-Herrschaft und des 2. Weltkriegs wurde das Gebäude von den Nationalsozialisten in Beschlag genommen; 1946 ging es wieder als Bildungsheim in Betrieb.

In den 1970er jahren wurden einige neue Komplexe dazugebaut, wie beispielsweise Hörsäle und auch Gebäude mit Schlafzimmern, um die Kapazität zu erhöhen.

 

Seit einigen Jahren ist das Areal verlassen und lockt mit seiner Ästhetik des Verfalls, sowie den vielen ausgefallenen und interessanten Objekten neugierige Urban Explorer und Schaulustige an.

 

In Urbexkreisen wird dieser "lostplace"  auch das "Haus der 1000 Geschichten" genannt.

 

Wir besuchten diesen Ort vor einigen Jahren und haben inzwischen erfahren, das sich das Erscheinungsbild mittlerweile stark verändert hat und die meisten Objekte nicht mehr vorhanden sind. (Lukas Arnold)

 



Die Verfallene Ruine im Wald

Verlassene Orte lassen sich überall entdecken, auch dort wo man sie teilweise gar nicht vermutet, wie beispielsweise die Ruine eines Herrenhauses, welche mitten im Wald zwischen den großgewachsenen Föhren steht.

 

Das Gebäude, bzw. die Überreste des einstigen, prunkvollen, Administrationsgebäude, das sogenannte "Herrenhaus", gehörten zu einer "K. u. K. Granaten- und Munitionsfabrik", welche 1890 gegründet und errichtet worden war.

 

Nachdem Ende des 2. Weltkrieges wurde die Fabrik stillgelegt und man war bemüht alle Fabrikgebäude sowie die Baracken der Arbeiter zu entfernen.

 

Einzig und allein wurde das "Herrenhaus" stehengelassen. Es steht seither als "Stummer Zeuge" einer einst großen Fabrik mitten im Wald und ist sich selbst überlassen.

 

Seit 2011 ist die Ruine eingezäunt und darf aufgrund der Baufälligkeit nicht betreten werden. (Lukas Arnold)



Altes Bauernhaus - Zeitreise

Auf unseren Touren entdecken und erkunden wir oft Orte, an denen uns beinahe die Luft zum Atmen wegbleibt, weil wir über den fantastischen Zustand so überwältigt sind.

Es sind aber nicht nur die großen, stillgelegten Fabriken, welche uns begeistern, sondern auch sehr oft kleine Objekte, wie dieses unscheinbare Bauernhaus.

Das Haus liegt in einer kleinen Ortschaft und wirkt von außen wie ein unscheinbares Bauernhaus. Als ich vor Jahren zum ersten Mal das Gebäude betrat, fühlte es sich wie eine Zeitreise in die 1980er Jahre an.

Durch eine kleine Einfahrt kam ich in den Vierkanter-Hofes und biegte instinktiv in einen kleinen Raum ab. Mir stockte beim Anblick des vermeintlich "kleinen Raumes" der Atem. Ich befand mich in der ehemaligen, komplett eingerichteten, Werkstatt und alles wirkte so, als wenn der Bauer eben erst aufs Feld gegangen und am Abend wieder von der anstrengenden Feldarbeit zurückkommen wäre.

Das dies aber nicht so sei, zeigte der Schuppen, bei dem das Dach schon zur Hälfte fehlte und die Natur sich bereits "step by step" die Scheune zurückerobert hat.

Neben dem Kuhstall entdeckte ich Milchkannen, fein säuberlich gestappelt, welche scheinbar auf die nächste Befüllung warteten. ...

 

(Lukas Arnold)

 

Eingestürztes Bauernhaus

Oft wird uns die Frage gestellt, warum soviele Orte verlassen werden bzw. warum sich niemand mehr darum kümmert?

Viele "lostplaces" sind Resultate von Erbschaftsstreitigkeiten oder auch von Vernachlässigung der Besitzer, wenn die Liegenschaften beispielsweise geerbt worden und somit nur zweitrangig sind.

 

Ein Beispiel für solch ein Schicksal erfuhr auch dieses kleine Bauernhaus. Die letzte Bewohnerin zog vor 15 Jahren altersbedingt aus dem Haus in ein Pflegeheim und seitdem setzten Wind und Wetter dem Häuschen ordentlich zu.

 

Die eigentliche Inhaberin wohnte in einem anderen Haus und konnte sich aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr um das Anwesen kümmern. Diese Geschichte ist ein trauriges Beispiel für einen Ort warum ein solcher verlassen worden ist.

 

Wir konnten den ehemaligen Bauernhof noch begutachten, bevor die Abrissbagger dem traurigen Schicksal ein Ende setzten.

 

(Lukas Arnold)

 

 

Verlassener Bauernhof 

Unverhofft kommt oft", kam mir in den Sinn, als ich dieses Juwel der Schönheit des Verfalls sah. Bei einer beruflichen Fahrt durch das Burgenland an der Grenze zu Ungarn entdeckte ich zufällig diesen phantastischen Ort. Die drei Wirtschaftsgebäude vermittelten zuerst einen sehr trostlosen Eindruck, aber je mehr ich mich diesen Objekten näherte, erkannte ich den einmaligen morbiden Charme des Verfalls der sich dort ausbreitet. Schon seit Jahrzehnten sind diese Gebäude ihrem Schicksal überlassen; die Dächer sind teilweise eingestürzt und hier und da ist dort Unrat abgelagert. Doch präsentiert sich hier ein schöner Einblick in eine Welt von „anno dazumal“. Besonders die Vielzahl der unterschiedlich verwendeten Mauersteine bleibt mir in Erinnerung.

 

(Stefan Andert)  

 



Religiöser Ort

Im Frühjahr führte ein Ausflug Lukas und mich zu einem gespenstigen Ort östlich von Wien. Das leerstehende Haus wurde vermutlich Ende der 1980er Jahr verlassen. Das verbliebene Mobiliar dämmert seither vor sich hin.  Marienbilder und Kreuze hängen an den Wänden; das Ehebett ist noch bezogen; sogar die Kästen sind noch mit Wäsche von damals gefüllt. Seit meinem letzten Besuch im Jahre 2014 sind leider einige Spiegel und Fensterscheiben durch Vandalen zerstört worden, sodaß der unheimliche Eindruck dieses Lost Places noch verstärkt wird. Persönliche Dokumente aus dem 19. und 20. Jahrhundert liegen nun verstreut am Boden herum und Schränke sind umgeworfen.

 

Dennoch sind einige Gegenstände unberührt an Ort und Stelle verblieben.

 

Religiöse Relikte in fast jedem Raum zeugen von der Gläubigkeit der ehemaligen Bewohner. Der Dachboden und die nebenan stehende Scheune sind noch reichlich gefüllt mit Alltagsgegenständen. Es ist schon verwunderlich, wie manche Objekte all die verstrichenen Jahrzehnte überdauern können. Das hier das Haus dem Abrissbagger noch nicht zum Opfer gefallen ist, mag wohl auf die wenig attraktive Lage, die Nähe zum Flughafen und der Raffinerie, zurückführen? Umso mehr freut es uns natürlich diesen einmaligen Platz der Vergangenheit dokumentieren zu können. (Stefan Andert)

 



Totenstille -                        Wiens "Vergessene Friedhöfe"

Friedhöfe strahlen ein ganz eigenes Flair aus und haben eine ganz spezielle Atmosphäre.

Orte an denen man an verstorbene Personen denkt, sind für die meisten Menschen oft mit Trauer verbunden. Was passiert eigentlich mit Friedhöfen, an denen keine Beisetzungen mehr stattfinden und somit in „Vergessenheit“ geraten?

Besuchen Sie mit uns Wiens "Vergessene Friedhöfe" und tauchen Sie in die geheimnisvolle und mystische Welt ein. Erleben Sie eine einzigartige Atmosphäre, welche von

diesen Orten ausgeht.



Terramare Schlössl

Im 17. Wiener Gemeindebezirk (Hernals) befindet sich ein historisches Anwesen: Das sogenannte "Terramare Schlössl"

Die prunkvolle Villa wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und war auch das Domizil des Wiener Dramatiker, Schriftsteller und Regisseur Georg Terramare, welcher jahrelang in der Villa wohnte. Bis zu dem Jahr 2015 hatte die kroatische Botschaft ihren Sitz in der historischen Villa. Mittlerweile steht das Anwesen seit rund 5 Jahren leer und verfällt zunehmend.

Denkmalschutz-Initiativen bemühten sich schon seit längerer Zeit die Villa zu retten, da schon Bauschäden am schönbrunner-gelbem Verputz sichtbar sind. Auch die Fensterläden sind schon sehr marod.

 

Was mit dem historischen Gebäude passieren wird, ist ungewiss! Es stehen Gerüchte im Raum, dass das Objekt bereits verkauft worden sei und eine neue Wohnhausanlage mit 22 Wohnungen am Gelände errichtet werden soll. Es droht,  dass  das "Schlössl" diesem Wohnprojekt zum Opfer fallen wird.

 

Im Mai 2020 konnten diese schönen Aufnahmen von diesem Schmuckstück gemacht werden. (Lukas Arnold)

 

 

Im Jahre 1865 wurde diese Villa in der Heuberggasse 10 errichtet und wurde 1904 von den bekannten Architekten Fellner und Helmer zu diesem anmutenden Anwesen umgebaut. Der Anblick besticht durch seinen polygonalen Turm, der Freitreppe an der Veranda und den Giebelschmuck mit der lebhaften Pfauendarstellung.

 

(Marcello La Speranza)



Parteilokal, vor Abbruch (2019)

Die Villa in Simmering machte einen traurigen Anblick, zumal im Inneren schon massive Abbrucharbeiten stattgefunden haben. Mauern waren  umgeworfen; Stiegengelände abgebrochen; vieles vom Interieur ausgeschlachtet. Vom einstigen Seniorentreff des KPÖ-Lokals war nicht mehr viel übriggeblieben. Scheinbar war zuletzt auch eine Kindergruppe in dem Gebäude untergebracht? Die ehemaligen Säle und Klubräume waren bei meiner „Inspektion“ jedenfalls schon ausgeräumt und devastiert. Zwischen liegengebliebenem Haushaltsgerümpel konnte am staubigen Dachboden ein gerahmtes Leninbild entdeckt werden. Offensichtlich haben die „Parteigenossen“ beim Auszug aus dem Haus das Bild ihrer ideologischen Leitfigur vergessen? (Marcello La Speranza)

 



Wiens vergessener Brunnen

Denkt man an Wiens Sehenswürdigkeiten, so fallen einem höchstwahrscheinlich sofort das Schloss Schönbrunn, der Stephansdom oder das Riesenrad ein. In Wien gibt es bei Weitem mehr zu Entdecken.

Mitten in Wien existiert eine historische Brunnenanlage aus dem 17. Jahrhundert. Damals war sie Herzstück der Anlage, heute liegt sie vergessen da und wird von der Natur zurückerobert. (Lukas Arnold)



Alte Schmiede in Wien

Während eines Spazierganges vor ein paar Jahren durch den wunderschönen Grünen Prater, entdeckte ich ein wenig abseits des Weges ein kleines Häuschen, welches offensichtlich verlassen war. Von den Dächern wucherten schon etliche Sträucher und auch das Dach schien an einigen Stellen schon sehr marode zu sein. Im Inneren überraschte mich der Anblick einer Alten Schmiede. Das Dach war an dieser Stelle schon eingebrochen. Mitten Im Raum stand noch ein alter Tisch mit Rauchabzugshaube. (Lukas Arnold)



Verwaiste Tribünen Krieau (2018)

Es ist wie ein Sprung in die Vergangenheit, eine Zeitreise in die Zeit meiner Eltern und Großeltern. Im Jahr 2020 ist es kaum noch vorstellbar, dass hier vor einigen Jahrzehnten Damen und Herren in eleganten Kleidern  gespannt Pferderennen verfolgten und ihren Favoriten anfeuerten, auf welchen sie viel Geld gewettet haben, nun sich an den Tribünen der Rost an den Metallelementen ausbreitet und sich die Natur das verlassene Gelände rückerobert. Aus Erzählungen weiß ich, dass damals ein Pferderennen genauso populär und beliebt war wie beispielsweise heute ein Fußballspiel.

 

Mit der Zeit hatten die Pferderennen an Bedeutung verloren. So kam es, dass zwei der drei Tribünen verlassen und sich selbst überlassen wurden.

 

Mittlerweile werden die Tribünen denkmalgerecht renoviert und wiederbelebt. (Lukas Arnold)




Stallungen in der Krieau (2018)

Als wir 2018 die aufgelassenen Stallungen in der Krieau besuchten waren wir von dem Ambiente der historischen Gebäude fasziniert. Das sich viele der Gebäude schon in einem devastierten Zustand befanden, deutete darauf hin, dass etliche davon demnächst abgerissen werden. Welche der alten Stallungen letztendlich der neuen Zeit weichen mussten, war uns nicht bekannt. Wir fotografierten jedenfalls die Idylle. In einigen Stallungen hing noch der Geruch von Stroh in der Luft. Viele Pferde waren schon aus ihren Heimen delogiert worden. Konsequent verrichteten Abbruchbagger bereits ihre Arbeit.

(Marcello La Speranza)



Aufgelassene Tennishalle 

Im Süden von Niederösterreich steht eine Tennishalle, welche vor ein paar Jahren verlassen worden ist. In kürzester Zeit wurde der Ort ein Hotspot für Jugendliche, Treffpunkt für Graffiti-Künstler und Lost Place-Fotografen, welche die Faszination des Verfalles dokumentieren. Ich besuchte die Tennishalle, da ich schon vieles über diesen Ort in Erfahrung gebracht habe. (Lukas Arnold)



Abgebrannter Merkurmarkt in Floridsdorf (2018)

Im 21. Wiener Gemeindebezirk stand bis vor kurzem ein verlassener Merkur Supermarkt. Vor über zehn Jahren, musste diese Lebensmittelfiliale der U1 Verlängerung in die Leopoldau weichen. Deshalb wurden große Teile des Gebäudes abgerissen. Übrig blieb eine schäbige Ruine, welche von 
Obdachlosen besucht und zur deren Schlafstätte wurde. Der Anblick welcher uns dort bot, war eine Mischung der Gefühle. Die große Halle und sämtliche der kleinen ehemaligen Lagerräume glichen einer Müllhalle. Überall lagen Essensreste der Obdachlosen, sowie deren Schuhe, Kleider, etc. In einem kleinen Raum entdeckten wir sogar einen ganzen Schlafstätte mit mehreren Matratzen und Schlafsäcken, welche den 
traurigen Umstand zeigten, wie die Leute dort wohnten. Ein erfreulicher Anblick waren die Grafittis die kunstvoll die Wände zierten. Allerdings war der Anblick überschattet von den unangenehmen Gerüchen in diesem Gebäude. (Lukas Arnold)



Alte Wasserrutsche Wien

Auf der Donauinsel befand sich die größte Wasserrutsche Österreichs. Mit einer Länge von über 208 Metern und einer Starthöhe von 18 Metern war rasanter Rutschspaß garantiert. Die Rutsche ist heute nicht mehr in Betrieb. Das Auffangbecken ist sich selbst überlassen und das Wasser verfärbt sich langsam in natürliche grüne Töne. Auch die Schrift der Hinweisschilder beginnt sich mittlerweile abzublättern und die Farbe verblasst. Ein  "Lost Places" ward erschaffen. (Lukas Arnold)



Breitenfurterstraße (2018)

 

Wir kamen gerade rechtzeitig als mehrere Häuser an der Breitenfurterstraße abgerissen wurden. An einem Gebäude waren bereits Schmuckelemente an der Fassade abgeschlagen. Einige der Firmengebäude, wie die große Werkshalle, präsentierten sich im Zustand kurz vor dem Abbruch. Die Atmosphäre eines aufgelassenen Betriebes mitsamt  "vergessenen" Inneneinrichtungen war noch "in situ". 

(Marcello La Speranza)



Favoritenstraße (2017)

Bevor das Haus in der Favoritenstraße saniert wurde, lohnte es sich das Gebäude vom Dachboden bis zum Keller zu inspizieren. Befremdet war die Aura der alten verschmutzten Oberlichte im Stiegenhaus, wo darüber an der Dachbodenwand noch Beschädigungen (möglicherweise aus der Kriegszeit?) zu sehen waren. Im Keller führten die noch verbliebenen Hinweispfeile zum ehemaligen Mauerdurchbruch. Auch ein Ort, wo die Zeit still verharrte. (Marcello La Speranza)



Kleines verlassenes Haus (2018)

Ich kannte es schon länger, das kleine demolierte, in sich zusammengefallene Häuschen an der Alberner Hafenzufahrtsstraße. Der Dachstuhl ist durch das Feuer eingefallen. Das ruinöse Holzgebälk aber auch das verschmorrte Inventar (Bettgestell, Kästen, Fernseher, ...)

rotten weiter vor sich hin. (Marcello La Speranza)



"Sargfabrik" Atzgersdorf (2018)

Gelegentlich wird die ehemalige "Sargfabrik" - in der bis 2013 die Wiener Bestattung Särge fabrizierte - als Kulturzentrum genutzt. In der großen Werkshalle bildet das Interieur der neuen Adaptierung einen netten Kontrast. Für uns interessant war die "Inspektion" des alten Wasserturmes, der dem historischen Bauwerk in der Breitenfurterstraße sein bestimmtes Aussehen gibt. Im klobige wirkenden 35 m hohe Turm - mit seinem grauen Sichtputzmauerwerk - ist auch der Schornstein integriert. (Marcello La Speranza)

Ursprünglich befand sich in diesem 1913 errichteten Gebäude die Holzwarenfabrik

"Max Koffmahn", wo  allerlei Kisten hergestellt wurden; erst 1966 zog hier die

Bestattung Wiens ein.



Ein "Lost Place" für sehr kurze Zeit (2014)

Diese Unglück, welches für kurze Zeit einen "Lost Place" der anderen Art markierte, ereignete sich im Jahre 2014 auf der Mariahilferstraße. Dieser durch eine Gasexplosion entstandene verwüstete Ort, ist ein winziger Augenblick in der vielfältigen Welt der "Lost Places".  Wir setzen solche aufgenommenen Momente auch in der Anatomie-Kette der Vielfalt unserer Beobachtungen. (Marcello La Speranza)



Handelskai (2016)

Diese historische Firma gehört inzwischen auch schon der Vergangenheit an. Die 1877 gegründete Blechwarenfabrik "Bertram" errichtete im Jahre 1914 am Handelskai 100 dieses kompakte sechsgeschossige Werksgebäude, aus Stahlbeton. Kurz vor dem Abbruch im Jahre 2016 konnte noch das bereits ausgeschlachtete Gebäude besichtigt werden. Am Dachboden waren noch so manche historische Aufschriften der gelagerten Produktionspalette zu lesen. (Marcello La Speranza)



Wracks

 

Schnellbahnzüge:

Bei unseren Streifzügen entdeckte ich Wracks in unterschiedlichen Stadien. Auf einem Nebengleis westlich von Wien sah ich mehrere Waggons von ausrangierten Schnellbahnzügen. Ausgebrannt und demoliert standen sie auf der Warteliste der Verschrottung. (Marcello La Speranza)

 

 

 

Autos:

Bei einem Spaziergang in Niederösterreich entdeckte ich am Wegesrand einen abgestellten Renault, welcher wahrscheinlich das letzte Mal vor Jahrzehnten fuhr. Auch wenn es "nur" ein aufgelassenes Autowrack ist, stellte sich mir sofort die Fragen "Wann ist der Renault das letzte Mal gefahren und warum wurde das Auto mitten am Feldweg abgestellt?", die mir niemand beantwortete. Möglicherweise steht dieses abgestellte Relikt auch noch die nächsten Jahrzehnte stumm auf dem Feldweg. (Lukas Arnold)

 

 

 

Geisterschiff "Johann Strauss" (2018):

Jahrelang lag die ausrangierte „Johann Strauß“ (gebaut 1853) vertäut am Donaukanal und rostete vor sich hin. Ursprünglich unternahm sie als schmuckes Passagierschiff ausgedehnte Donaufahrten; später ankerte sie als umfunktioniertes Restaurant am Donaukanal; verkam letztendlich zum „Geisterschiff“. Der einstige Schaufelrad-Dampfer war zu einem „Lost Place“ geworden. Um das nostalgische Wrack kümmerte sich niemand. Eine nötige Generalüberholung scheiterte an den Kosten und an Rechtsstreitigkeiten. (Marcello La Speranza)



Ehem. Klavierfabrik (2014)

Viel war nicht mehr übriggeblieben. Der Abbruch der ehemaligen Klavierfabrik "Bösendorf" erfolgte offensichtlich rasch. Das historische Gebäude in der Graf Starhemberggasse 14, wo im Jahre 1870 die bekannte Klavierfabrik (gegründet 1828) einzog, konnte sich nicht lange gegen den Drang neuer Grundstückinvestoren halten. (Marcello La Speranza)



Arndtstraße (2013)

Es war ein kleines Häuschen. Als ich durch die niedrigen Räume ging, dachte ich, hier wohnten einst "Zwerge". Die noch verbliebenen Einrichtungsgegenstände, wie die Stellagen oder Geräte in der Küche, machten einen niedlichen, doch verstörten Eindruck. Das Schicksal der letzten Bewohner dieser seltsamen Oase inmitten Meidlings, habe ich nicht hinterfragt. So hing über diesem Ort ein Geheimnis in der Luft. 

(Marcello La Speranza)

 

 

 

 




Ehem. Kino in Wien 

In Wien verbirgt sich unscheinbar - vollkommen abgeschottet - ein ehemaliges Kino, welches 1912 eröffnete und im Jahr 1935 über 345 Plätze verfügte. Bis ins Jahr 1991 wurde das Kino betrieben, ehe es geschlossen wurde und bis zuletzt als Proberäume für Theaterproduktionen diente. Im Moment wird das ehemalige, historische Kino umgebaut. Dadurch kamen die alten Wandstrukturen mit den farblichen Stukkaturen des ehemaligen Kinosaals wieder zum Vorschein. (Lukas Arnold)

 




Lost places International

Verlassene Orte lassen sich weltweit entdecken, erforschen

und dokumentieren. Wir haben uns auf den Weg gemacht und haben auch die facettenreiche Welt der internationalen "lostplaces" erkundet. Kommen Sie mit nach Deutschland, Italien, Frankreich, Ungarn, Russland, ...

 



Lust auf noch mehr lostplaces?

Noch mehr "lostplaces" warten auf euch Hier!

Lukas Arnold zeigt auf seiner Homepage

(www.lukas-arnold-photography.at)

noch viele weitere faszinierende Orte, an denen der Verfall bereits begonnen hat und sich diese zu ganz besonderen "Lostplaces" verwandelt haben.

Wenn Ihr ebenso spannende Youtube-Videos über aufregende "Lostplaces" sehen möchtet, dann findet ihr am Kanal von Marcello La Speranza jede Menge davon.



Wichtige informationen

Warnung: Erkundungstouren von "Lost Places" können ohne passender Ausrüstung sehr gefährlich sein. Weiters ist ein Betreten ohne Genehmigung des Grundstückeigentümers verboten und kann zu einer Besitzstörungsklage führen. Werden diese Orte verbotenerweise betreten, haften wir, das "Forscherteam Wiener Unterwelten", in keinerweise für eventuell daraus resultierende Verletzungen und Schäden. Mit unseren Dokumentationen möchten wir auch niemanden dazu verleiten, illegal fremde Orte zu betreten. 

Für die Inhalte der Beiträge dieser Homepage wird keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit gegeben. 

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Zuletzt bearbeitet am   28.10.2020